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Influencer und die Kennzeichnung von Werbung in Sozialen Medien

Das Oberlandesgerichts Frankfurt a. M hat entschieden, dass Beiträge von Influencern als Werbung zu kennzeichnen sind, wenn darin Waren oder Dienstleistungen präsentiert werden (Beschluss vom 24.10.2019, Az. 6 W 68/19).

Der Fall

Eine Influencerin mit etwa 600.000 Followern hatte Bilder von sich mit Waren und Dienstleistungen bei Instagram gepostet und dabei die jeweiligen Hersteller-Accounts vertaggt. Außerdem war sie dafür zwei Mal zu einer Reise eingeladen worden. Sie bedankte sich in Posts, kennzeichnete diese aber ebenfalls nicht als Werbung.

So entschied das Gericht

Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied, dass die Posts einem kommerziellen Zweck dienten und daher als Werbung zu kennzeichnen seien. Sie stellten eine geschäftliche Handlung dar, denn sie förderten den Umsatz und das Image fremder Unternehmen. Die Werbekennzeichnung sei unabhängig davon, ob eine Gegenleistung erfolge oder nicht, erforderlich. Der Instagram-Account sei insgesamt als kommerziell einzuordnen. Die Influencerin nutze ihre Bekanntheit, um sowohl eigene Produkte wie etwa ein Buch, als auch sich selbst zu vermarkten.

Auch ein anderes Gericht entschied bereits so

Im Fall von Pamela Reif hatte bereits das Landgericht Karlsruhe (Urteil vom 21.03.2019, Az. 13 O 38/18 KfH) ebenso entschieden. Das zeigen von Pridukten auf Fotos, deii zum hersteller oder Markeninhaber vertaggt werden, sei eine geschäftliche handlung. Es spiele keine Rolle, dass die Influencerin nicht für alle Posts bezahlt worden sei. Sie habe auch eigene geschäftliche Aktivitäten gefördert.

Fazit

Für Influencer gilt: Sie vermarkten sich bereits mit jedem Post selbst. Daher ist praktisch jeder Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Influencer sollten Posts daher immer und ohne Ausnahme mit „Werbung“ oder „unbezahlte Werbung“ einleiten, je nachdem, ob sie für den Post eine Gegenleistung erhalten haben oder nicht.

 

Quelle: Pressemitteilung 59/2019 OLG Frankfurt: https://ordentliche-gerichtsbarkeit.hessen.de/pressemitteilungen/influencerin

Bildnachweis für diesen Beitrag: © nenetus – stock . adobe . com

 

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2. Auflage Oktober 2019, Format 12 x 12 cm, 70 Seiten, pdf-Datei, 3 MB

geschrieben von: Sabine Heukrodt-Bauer

Sabine Heukrodt-Bauer

Sabine Heukrodt-Bauer, LL.M.
Fachanwältin für Informationstechnologierecht
Fachanwältin für gewerblichen Rechtsschutz

 

 

 

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