skip to Main Content
Mainz +49 6131 144 560 Berlin +49 30 285 058 56 kanzlei@res-media.net

Bewertung „Ich fühle mich betrogen“ bleibt drin

Wahre Tatsachenbehauptungen und Meinungsäußerungen in Bewertungen sind zulässig (Urteil des Amtsgerichts Bremen vom 17.08.2018, Az. 23 C 440/15).

Der Fall:

Ein Unternehmer wehrte sich mit Hilfe eines Anwalts gegen die Google-Bewertung eines Kunden: „Vorsicht Betrüger. Er schreibt niedrige Angebote, dann zockt er mit der Endabrechnung ab (…).“ Daraufhin änderte der Kunde die Bewertung ab: „Vorsicht, ich fühle mich vom (…) betrogen. Davor habe ich das Wort Betrüger geschrieben. Ich meine darunter: Pass auf das klein gedruckte im Angebot. Er schreibt niedrige Angebote, dann will er mit der Endabrechnung die Doppelte abkassieren (…).“ Das Amtsgericht Bremen ordnete die erste Bewertung als eine unzutreffende Tatsachenbehauptung ein, die dem Ruf des Unternehmers schade. Die geänderte Fassung sei jedoch zulässig. Der darin enthaltene erste Teil sei eine zulässige Meinungsäußerung, der letzte Satz eine Tatsachenbehauptung, die der Unternehmer nicht bestritten habe.

Fazit:

Wahre Tatsachenbehauptungen und reine Meinungsäußerungen sind zulässig. Meinungsäußerungen dürfen nur nicht die Grenze zur Schmähkritik überschreiten und den Bewerteten herabwürdigen.

 

Bildnachweis für diesen Beitrag: © MASP – stock.adobe.com

geschrieben von: Sabine Heukrodt-Bauer

Sabine Heukrodt-Bauer

Sabine Heukrodt-Bauer, LL.M.
Fachanwältin für Informationstechnologierecht
Fachanwältin für gewerblichen Rechtsschutz

 

 

 

RESMEDIA Mainz – Anwälte für IT-IP-Medien
Am Winterhafen 78 | 55131 Mainz
Fon +49 6131 144 56 -0 | Fax +49 6131 144 56 -20
E-Mail: shb@res-media.net
Internet: http://www.res-media.net

Back To Top