Android wird mit dem “viralen Effekt” der GPL konfrontiert
Wie heise.de berichtet , hat Florian Müller, Betreiber des Blogs “FOSS Patents” und Gründer der Initiative NoSoftwarePatents, die Google-Software Android genauer unter die Lupe genommen und will dabei herausgefunden haben, dass Google Teile aus den Header-Dateien des unter der GPL lizenzierten Linux-Kernels in seiner eigenen C-Bibliothek “Bionic” verwendet. Diese steht nicht unter einer GPL-Lizenz.
Durch die Verwendung der Header-Dateien des GPL lizenzierten Linux-Kernels sei nach Müllers Ansicht die C-Bibliothek “Bionic” ein von GPL-Code abgeleitetes Werk und müsse daher selbst unter der GPL veröffentlicht werden. Das hätte zur Folge, dass alle Android-Anwendungen unter der GPL-lizenziert werden müssten, was unter anderem zu einer Pflicht zur Offenlegung des gesamten Quellcodes führen würde.
Mit diesem sogenannten “viralen Effekt” der GPL hatten wir uns bereits vor einiger Zeit in unserem Blog beschäftigt.
Der Auffassung Müllers ist der Linux-Erfinder Linus Torvalds mittlerweile entgegen getreten , und sieht in der Verwendung des Linux-Kernels in Android keinen Verstoß gegen die GPL.
Damit dürfte es unwahrscheinlich sein, dass Google hinsichtlich dieser Thematik weitere Konsequenzen drohen.
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Florian Decker
Rechtsanwalt
und Fachanwalt für Informationstechnologierecht (IT-Recht)
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